Gwendolyn


*21.12.1994
+ 29.12.2006
Aus unserem Leben bist Du gegangen,
in unserem Herzen bleibst Du.

Am Freitag, den 29.12.2006 ist Gwen von uns gegangen.

Auf einmal bist du nicht mehr da,
und keiner kann's verstehn.
Im Herzen bleibst du uns ganz nah
bei jedem Schritt, den wir nun gehen.
Nun ruhe sanft und geh' in Frieden,
denk immer dran, dass wir dich lieben.

Fotos    Ahnentafel

Gwen hat uns 12 Jahre begleitet. Sie kam zu unserem Rudel als Nora 3 Jahre alt war. Damals war Nora aus dem "Gröbsten" raus und der Traum vom Zweithund kam auf...Ein Neufi sollte es sein, denn diese Rasse hat uns, seitdem wir sie kennengelernt hatten, immer wieder fasziniert. Im Gegensatz zu Nora, war Gwen ein sehr unkomplizierter Welpe - sie hat ausser dem einen oder anderen Schuh und einigen Handfegern nichts kaputt gemacht, hat keine menschliche Haut zerstört, nie gebellt und viel geschlafen. Als das Eis bei Nora nach einiger Zeit gebrochen war, wurden die beiden zu unzertrennlichen Freundinnen. Gwen war stets für ein Spielchen mit Nora zu haben und forderte sie auch oft genug heraus, und schaffte es, den "Spielmuffel" zu animieren. Man brauchte Nora nur auf den Rücken zu drehen, und schon war Gwen vor Ort und bellte zum Spiel. Übrigens: da das bis dahin die einzige Situation war, in der Gwen bellte, haben wir ihr so das "Gib Laut" beigebracht. Mit Gwen wollten wir natürlich von Anfang an alles richtig machen, wird so ein Neufundländer doch bedeutend grösser und kräftiger als ein Berner. Also suchten wir uns einen Hundeplatz, den wir mit Gwen ab dem 6.Monat regelmässig besuchten. Es war am Anfang nicht so leicht... Gwen war nicht wild...a ber stur....man erinnert sich heute noch an den ersten Team Test von ihr mit 15 Monaten, wo man doch partout kein "Platz" machen wollte und man ihr in der Prüfung die Vorderpfoten wegziehen musste, dass sie sich legte. Es nützte auch nichts, bei Gwen die Stimme zu heben oder grob zu werden....man hört dann einfach weg und macht noch weniger. Nun denn, ein begeisterter Unterordnungsläufer wurde Gwen nie, aber bis zur BH-A haben wir es dennoch geschafft. Auch im Turnierhundsport sind wir einige Male gestartet, es war immer Glückssache, ob Gwen Lust hatte oder nicht, denn dann variierte das Tempo von "ganz schön schnell für nen Neufi " bis "jede Schnecke soll mich überholen". Agility machte Gwen auch ganz gern-bis auf die Wippe und den Steg. Man muss nämlich wissen, dass Gwen Höhenangst hatte und auch wippende Oberflächen ihr nicht geheuer sind.
Gwen hatte einen durchaus ausgeprägten Jagdtrieb (für einen Neufundländer). Im Unterholz streunen, Kaninchenspuren verfolgen, selbst das Vorstehen beherrscht Gwen. Auch unsere Hühner mussten so manche Feder lassen. Nach einiger harter Arbeit liess Gwen sich jedoch aus solchen Situationen abrufen und konnte auch im Wald frei laufen.
Ein weniger schönes Erlebnis, das Gwens Charakter leider auch beeinflusst hat, waren eine Gruppe Kinder, die uns täglich auf dem Spaziergang "aufgelauert" hat und Gwen bedrängt und verschreckt hat als Welpe. Das Resultat: Gwen hatte Probleme mit Kindern, wenn diese schnell und ungestüm liefen, sie stellt und verbellt sie dann.

Gwen eigentlich nie Probleme mit anderen Hunden, sie geht jedem Streit aus dem Weg. Es sei denn, es kommt Futter ins Spiel.....wenn fremde Hunde meinen, sie könnten sich an Frauchen Leckerlietasche wagen, kann Gwen ihre Stimme schon mal erheben. Auch  Nora hat sie früher gerne zum Narren gehalten, indem sie ihr Schmankerl solange aufbewahrt hat, bis Nora ihres vertilgt hatte, um dann provozierend vor ihr herzulaufen und leise vor sich hin zu knurren.  Generell war Gwen-im Gegensatz zu Nora, die eher von grundauf ehrlich und geradeaus war ;-)- bisweilen ein gerissenes Luder. Sie hat vor allem in jüngeren Jahren in unbeobachteten Momenten von Tischen und Schränken geklaut, Türen geöffnet und sie weiss sehr genau, wenn sie etwas angestellt hat, dass man dann ja schon mal anfangen kann aufzujaulen, wenn Frauchens Hand noch 10 cm vom Ohr entfernt ist (früher war ein leichtes Ziehen am Ohr eine Maßnahme, um z.B. aufgenommen Müll von der Strasse wieder auszulassen).
Gwen ließ sich sehr gerne verarzten, aber es darf nicht ziepen, dann sind wir auch sehr nah am Wasser gebaut.....auch wenn Plooh als Welpe Gwen in die Pfoten gebissen hat, war das ein Bild zum Schiessen, denn sie stand nur da wie bestellt und nicht abgeholt, hat die Pfoten abwechselnd hochgehoben und geknatscht. Das kann Gwen sowieso sehr gut, wenn ihr etwas nicht passt, sie wieder mal völlig harmlose Dinge (wie z.B. eine Babypuppe, Fotoapparat) total unheimlich findet oder nur mal so......

Gwen trug mit größter Leidenschaft ihr "Täschen" auf dem Heimweg. War das nicht zur Stelle, musste etwas anderes her und sei es nur eine Packung "Taschentücher".

Sie war und bleibt unser "Frolln", oder hochdeutsch Fräulein Gwen. Warum sie genau diesen Spitznamen hat, weiß keiner mehr so genau, aber er passt irgendwie ;-).

Gwen war im Grossen und Ganzen ein gesunder, robuster Hund. Als Welpe hatte sie eine schmerzhafte Blasenentzündung und einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt.

Im Mai 2003 wurde Gwen am Hals ein etwa pflaumengroße Geschwulst entfernt, die laut histologischem Befund bösartig war. Sie wurde jedoch im Gesunden entfernt.
Im Februar 2006 mussten Ihr 3 Tumore am Bauch entfernt werden. Auch diese wurden als "bösartig" eingestuft.

Bis Anfang Oktober 2006 verbrachte Gwen dann eine schöne, beschwerdefreie Zeit und genoss den Sommer in vollen Zügen. Sie verbrachte die Nächte zusammen mit Plooh in selbst gebuddelten Löchern und war "einfach" nur Hund.

Mitte Oktober wollte sie nur noch ungern spazieren gehen. Ein paar Minuten und dann wollte sie heimwärts. Ende Oktober kam dann der "Einsturz" während Ihrer Läufigkeit.
Sie hatte eine Gebärmutterentzündung. Ihr ging es so schlecht, dass wir dachten, wir müssten sie bereits gehen lassen. Im Nachhinein wäre dies sicherlich auch besser gewesen.....

Zwei Wochen nachdem Sie die Gebärmutterentzündung überstanden hatte, folgte ein grippaler Infekt. Danach wollte sie nicht mehr richtig fressen.
Sie machte jedoch einen munteren Eindruck und so konnten wir am 21.12. noch Ihren 12 Geburtstag feiern.

Umso überraschender kam dann Ihr erneuter "Einsturz" in den Morgenstunden vom 29.12.. Um die Mittagszeit wurde sie dann in Ihrer gewohnten Umgebung von Ihren Qualen erlöst. Sie hatte mit großer Wahrscheinlichkeit einen Magen-/Darmdurchbruch.

Nun liegt sie bei uns im Garten neben Nora. Mögen die zwei jetzt wieder vereint sein.

"Als die Kraft zu Ende ging, war es kein Sterben, es war Erlösung. Doch wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird. "

Mädchen, wir werden Dich NIE vergessen!